Safety in der Serienentwicklung
ISO 26262 definiert einen Lebenszyklus für funktional sichere Systeme von der Konzeptphase bis zur Stilllegung. SPICE Assessments und Safety Audits nach ISO 26262 werden häufig kombiniert durchgeführt.
Basis für die Entwicklung eines sicherheitsrelevanten Software-definierten Systems sind gute Entwicklungsprozesse, wie sie zum Beispiel in einem Automotive SPICE® CL2 Assessment nachgewiesen werden. Hinzu kommen einige zusätzliche Prozesse, die in Automotive SPICE® (Version 4.0/4.1) (noch) nicht enthalten sind.
Im Wesentlichen muss eine Gefährdungs- und Risikoanalyse (Hazard Analysis and Risk Assessment, HARA) durchgeführt werden, die in einem gleichnamigen Arbeitsprodukt endet. Hierbei werden verschiedene Automotive Safety Integration Level (ASIL) identifiziert. Je nach Level gelten dann verschiedene Vorgaben und Methoden für den Entwicklungsprozess – und im Gegensatz zu SPICE-Standards – auch für das Produkt selbst.
Während der Entwicklung wird in Safety Audits (ähnlich einem SPICE Assessment) bewertet, ob die richtigen Entwicklungsprozesse und Methoden definiert, dokumentiert und verwendet werden. Abschließend wird in einem Safety Assessment mit einem Safety Case dokumentiert und nachgewiesen, dass das Produkt die gewünschte Sicherheit erreicht hat.
Gerne unterstützen wir selbst und zusammen mit unseren Partnern die Durchführung von Safety Audits und Assessments.
Einer unserer Kunden entwickelt Chips für das Management von Batteriezellen. Diese Entwicklung erfolgt nicht im Auftrag eines speziellen Fahrzeugherstellers, sondern autonom und viel früher. Die Anforderungen werden von einer Marketingabteilung zusammengetragen, die eine Abschätzung macht, welche Funktionalität zukünftig erwartet wird. Die Chips werden fertig entwickelt und dann als Katalogware angeboten.
Funktionale Sicherheit ist bei diesen Hochvolt-Komponenten ein zentraler Punkt – aber die Sicherheitsziele können nicht vom übergeordneten System abgeleitet werden, da dieses noch gar nicht existiert. Es wird ein sogenanntes Safety Element out of Context (SEooC) entwickelt. Die Firma, die später diese Chips kauft und in eine konkrete Batterie für ein konkretes Fahrzeug einbindet, muss dann prüfen, ob alles zusammenpasst und die benötigte Sicherheit erreicht werden kann.
Einige Steuergeräte-Hersteller haben Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit dem Automobilhersteller und bekommen von ihrem Kunden keine HARA des übergeordneten Systems. Auch in diesem Fall wird das Konstrukt des SEooC verwendet.
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